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Geist

"Wieczor Wybrzeza" (Der Küstenabend)
04.09.1997, Nr. 19

Hüte dich vor Geistern

Mit dem Geist kann man sich auf verschiedene Art und Weise in Verbindung setzen - durch die automatische Schrift, mit Hilfe von Hellsehen oder Hellhören.
Geister sind unterschiedlich, genauso wie Menschen. Der Mensch nimmt seinen Charakter ins Jenseits mit. Wenn jemand zu Lebzeiten böse, den anderen gegenüber unfreundlich war, der bleibt auch so nach dem Tod - sagt die Exorzistin und Parapsychologin Wanda Pratnicka. Wenn wir sterben, gehen wir durch einen Vorhang, der die Welt der Lebenden von der Welt der Verstorbenen trennt. Aber nicht alle wollen zur anderen Seite wandern, nicht alle sind sich klar darüber, daß sie nicht mehr leben. Meistens handelt es sich um Menschen, die plötzlich oder mit verändertem Bewußtsein, z.B. unter Einfluß von Alkohol, Narkose oder Drogen gestorben sind. Diejenigen, die zu Lebzeiten viel Schlechtes getan haben, haben auch keine Lust, zur anderen Seite zu gehen, sie haben es nicht so eilig, in die selbst ausgedachte Hölle zu kommen.

Viele Verstorbene werden von ihren geistigen Führern abgeholt, die sie "heim ins Licht" führen. Der Mensch bewahrt jedoch den freien Willen, sogar nach dem Tod. Wenn er diese Welt nicht verlassen will, kann ihn dazu niemand zwingen. Mit solchen verirrten Seelen, die nicht wissen, was sie machen sollten, haben die Exorzisten meistens Probleme. Wenn sie in der Welt umherirren, können sie in lebende Menschen eindringen und ihnen dabei viel Leid und Kummer bereiten. Die meisten von ihnen sind schlecht gewillte Geister. Am schwierigsten ist es, sich vom Geist einer nahestehenden Person - der Mutter, des Vaters, des Opa zu befreien. Solche Geister verbinden mit dem heimgesuchten Menschen starke Gefühlsbande, das Haus, die Familie, der Ort, an dem sie so viele Jahre gelebt haben. An solchen Geistern muß lange gearbeitet werden, damit die Exorzismen wirksam sind.

Eines Tages kam zu mir ein sehr eleganter, intelligenter Herr und mit gewisser Verlegenheit fragte er mich, ob es möglich wäre, daß der Geist seines vor kurzem verstorbenen Vaters in dem Haus geblieben wäre und seine Frau, also die Mutter dieses Herrn, heimsuchte. Es erwies sich, daß dies der Fall war. Der Geist des Vaters vergewaltigte jede Nacht... die 76jährige Witwe und brachte noch andere Geister zu Hilfe. Dieser Herr erzählte, daß er nachts das Geschrei der Mutter hörte, in ihr Zimmer hineinstürzte und mit eigenen Augen sah, wie an ihrem Körper blutige Kratzwunden entstanden. Es scheint unwahrscheinlich zu sein, aber ich hatte mit mehreren solcher Fälle zu tun.

Jetzt betreue ich eine Frau, in die ihr Vorgesetzter eingedrungen ist. Sie war Sekretärin, ihr Chef starb plötzlich an Herzinfarkt und einige Monate nach seinem Tod erschienen bei ihr merkwürdige Symptome. Vorher hat sie kein näheres Verhältnis verbunden, obwohl, wie sie behauptete - es seinerseits Versuche von sexueller Belästigung gegeben hatte. Es ist ein sehr schwieriger Fall und ich arbeite daran bereits seit mehreren Monaten. Ich habe der Frau beigebracht, wie sie sich vor dem Geist wehren kann.

Jedes Mal muß man eine andere Vorgehensweise anwenden, weil jeder Geist anders ist und anders reagiert. Es gibt hier keine Regel, man muß sich einfach auf die Intuition verlassen. Ich mache das meistens zu Hause, in meinem Zimmer geschlossen. Ich arbeite immer auf Entfernung. Ich brauche die Person nicht zu sehen, deren ich helfe, ich muß nur ihre Angaben haben. Es reicht nur, mir zu schreiben oder mich anzurufen.

Wenn ich die Exorzismen durchführe, sehe ich den hilfebedürftigen Menschen und setze mich mit ihm mental in Verbindung.
Mit dem Geist kann man auf verschiedene Art und Weise kommunizieren - durch die automatische Schrift, mit Hilfe von Hellsehen oder Hellhören. Zuerst prüfe ich, ob ich dem Menschen, der mich um Hilfe gebeten hat, helfen kann. Manchmal dauert es ziemlich lange, ein halbes Jahr oder sogar länger bis der Geist bereit ist zu gehen.

Eine Heimsuchung durch einen Geist äußert sich auf verschiedene Weise - manchmal ist der Alkoholismus oder die Drogensucht ein Zeichen dafür. Es kommt vor, daß die Besessenheit Verbrechen zufolge hat. Der Geist kann auch das Leben des Menschen gefährden, indem er ihm Selbstmordgedanken zuschiebt. Denn ein Geist, der einmal in den Menschen eingedrungen ist, kann seinen Körper meistens nicht mehr verlassen. Wenn er sich befreien will, muß er den Menschen zum Tod überreden - Selbstmord, oder er muß ihn z. B. zu einem Verbrechen überreden, für das die Todesstrafe droht. Wenn ein solcher Mensch stirbt, wird der Geist befreit und kann in eine andere Person eindringen. Alle Fälle von Schizophrenie oder anderen psychischen Krankheiten sind mit der Besessenheit von Geistern verbunden. Oft kommt es vor, daß es nicht nur einen Geist im Menschen gibt, den man relativ leicht "entfernen" kann, sondern es mehrere Geister sind. Besonders empfänglich für die Heimsuchung von einem Geist sind die psychisch oder körperlich geschwächten Menschen. Zum Glück haben die meisten Menschen eine natürliche, schützende Barriere. Alle Kinder haben sie und es kommt nur selten vor, daß ein Geist in ein Kind eindringt. Nur die von den Eltern mißhandelte Kinder werden dieser Barriere beraubt.

Nach wirksamen Methoden der Exorzierung suchte ich jahrelang, am Anfangs nach der Regel von Versuch und Fehler - sagt Wanda. Ich nutzte meine parapsychische Eigenschaften solange, bis ich sie fand. Wenn ich jemanden von einem Geist befreie, bleibt er immer noch mit seinen psychischen Problemen da, die man auch als Ursprung der Besessenheit betrachten kann. Die Befreiung vom Geist ist aber der erste Schritt auf dem Weg zur psychischen Gesundheit.

Autor: Krystyna Cendrowska




"Sochaczewo Express" - "Express Sochaczewski" /
Polen aus dem Jahre 2004

Sie stellen sich als eine Exorzistin vor. Für viele Menschen "riecht" es nach Mittelalter. Womit befasst sich der gegenwärtige Exorzist?

Ja, Sie haben recht. Für viele Menschen, darunter auch Priester sind die Exorzismen mit dem Mittelalter, dem Aberglauben verbunden. Wie ist das möglich - fragt mancher -, dass in den Zeiten, wo so viele Menschen die Hilfe bei den Exorzisten suchen, es so wenige Exorzisten gibt, und diese Handvoll von Exorzisten wie ein Tropfen auf den heißen Stein ist? Die Antwort ist sehr einfach - es reicht, die Geschichte der Exorzismen angefangen in den Zeiten von Jesus bis heute zu verfolgen. Einst konnte jeder Mensch ein Exorzist sein, wenn er das nur machen konnte. In der Hälfte des 3. Jahrhunderts begann die Kirche, also in der Zeit ihrer Entstehung, auf die Exorzisten verschiedene Einschränkungen aufzuerlegen, bis die Weihe der Exorzisten eingeführt wurde. Seitdem durfte ein glaubender Mensch allein keine Exorzismen mehr durchführen. Es durfte nur ein ausgewählter und durch die Kirche geweihter Mensch tun. Diese Einschränkungen wurden immer strenger, bis im 16. Jahrhundert, auf dem Konzil in Trident es die Kirche gänzlich verbot, sogar den Priestern, Exorzismen durchzuführen. Jegliche Versuche, dieses Verbot zu brechen wurden mit Foltern und Tod bestraft. Erst im Jahre 1886 erlaubte Papst Leon XIII. es den Priestern in der ganzen Welt, Exorzismen wieder durchzuführen. Er schrieb sogar ein spezielles, den Exorzismus unterstützendes Gebet. Die Priester hatten aber keinerlei Erfahrung in diesem Bereich, denn das Exorzismen-Verbot galt damals schon seit 3 Jahrhunderten, und alle Bücher, die lehrten, wie man Exorzismen durchführt, verbrannt worden waren. Es wurde nichts weiter als eine Niederschrift aus dem 10. Jahrhundert und das Ritual aus dem Jahre 1614 erhlten, die heute von den geistlichen Exorzisten benutzt werden.
Priester Gabriele Amorth, der oberste Exorzist von Vatikan erklärt in seinen Büchern diesen Zustand - "Einen Exorzisten zu finden ist deswegen so schwer, weil es sie einfach nicht gibt".
Womit befasst sich der gegenwärtige Exorzist? Genau damit, womit sich sein Fachgenosse auch vor tausend Jahren befasste, das heißt mit dem Befreien der Menschen von den Geistern, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht entschieden haben zur anderen Seite des Todesvorhangs zu Gott überzugehen, aber auch damit, und das geschieht genauso oft, mit dem Befreien der Geister von diesen Menschen, die diese soeben gestorbene Seele mit ihrem Jammern und übertriebener Trauer um jeden Preis auf der Erde aufhalten wollen.

Wie kann man das Wirken des Satans und der bösen Geister auf unser Leben erkennen?

Was den Satan betrifft - während meiner über dreißig Jahre langen Praxis habe ich ihn kein einziges Mal getroffen. Alle dämonischen (satanischen) Heimsuchungen, die ich in meiner Arbeit traf, erwiesen sich im Endeffekt als Heimsuchungen von hasserfüllten, wütenden Geistern von verstorbenen Menschen, die aus verschiedensten Gründen nicht zur anderen Seite des Todesvorhangs übergegangen sind. Es gibt eine Unzahl von Geistern, die nicht zu Gott gegangen sind, und genau so viele Gründe, warum sie ihre "Opfer" quälen. Sehr ausführlich habe ich das in meinem Buch "Von Geistern besessen - Exorzismen im 21. Jahrhundert" beschrieben.

Sie befreien die Menschen von Geistern auf Entfernung und zwar in sehr kurzer Zeit. Viele zweifeln an der Wirksamkeit eines solchen Handelns...

Es stimmt, ich befreie die Menschen von Geistern auf Entfernung. Es ist eine äußerst wirksame und ungefährliche Methode, die keine Nebenwirkungen sowohl für den geläuterten Menschen als auch für den Exorzisten bringt. Letztendlich sind die Ergebnisse meiner Arbeit wichtig, die man nicht bestreiten kann. Im Archiv bewahre ich Stapeln von Briefen mit Danksagungen von den Menschen, denen ich geholfen habe, einen kleinen Teil davon habe ich auf meiner Internetseite veröffentlicht, und eine Danksagung schreibt eine Person auf einhundert. Was die Zweifeln der Menschen betrifft - es finden sich immer solche, die an das zweifeln, was für sie unverständlich ist.

Wie oft kommen Fälle von Besessenheit vor? Wie kann man prüfen, wer sich unter dem Einfluss von Geistern befindet? Sind die alkohol- oder drogensüchtigen Menschen mehr gefährdet?

Besessenheit widerfährt Menschen viel häufiger vor, als es uns scheinen könnte. Viele Menschen gehen durch ihr ganzes Leben mit einer Heimsuchung hindurch. Sehr viele Entscheidungen, Gedanken und Emotionen solcher Menschen stammen nicht von ihnen selbst sondern von den Geistern und diese sind niemals zufriedenstellend, immer gegen unsere tiefsten Wünsche und Überzeugungen. Wie viele Menschen leiden unter starken negativen Emotionen wie Angst, Unruhe, Ärger, Eifersucht? Diese gehören aber den sie heimsuchenden Geistern. Jede Depression oder Stimmungsschwankungen sind Symptome einer Heimsuchung. Noch mehr sichtbare oder drastische Symptome sind Selbstmordgedanken, Schizophrenie und andere Gemütskrankheiten. Suchtkranke Menschen werden immer zu Opfern von Heimsuchung. Die Sucht zerstört die natürlichen "Schutzschilder" gegen die Geister und erlaubt es den Geistern in unseren Leib einzudringen. Sie können sowohl Ursache als auch Folge der Heimsuchung sein.

Kann man sich von dem Einluss der Geister befreien?

Sich selbständig von den Geistern zu befreien, wenn sich diese bereits im physischen Körper befinden ist ist es ohne die Hilfe eines Exorzisten meistens unmöglich. Wenn wir aber unsere negativen Emotionen, wie Ärger, Hass, Rachsucht kontrollieren und sich dazu distanzieren, haben wir sehr große Chancen, die Geister gar nicht an uns heranzulassen.




"Moj Talizman" (Mein Talisman)
06.11.1997 Nr. 15

Exorzismen, Besessenheit

Ein Geist will in mich eindringen!
Wenn dir ein kalter Schauder über den Körper läuft, wenn du einen unsichtbaren Blick auf deinem Rücken spürst - dann ist es möglicherweise er. Der Geist, der in dich eindringen will.
Es gibt viele Geister um uns herum. Es reicht nur in einer entsprechenden Stimmung zu sein, um ihre Anwesenheit zu spüren. Sie erinnern an Ungeheuer, die nichts gemein mit dem Bild des Leibes haben, das sie verließen.
Die Menschen von Fleisch und Blut sollen nicht für die Geister der Verstorbenen ein Haus nach Ihrem Tode sein. Die Geister sollen ins Jenseits gehen. Das wollen sie aber nicht immer.
Manche Geister bleiben bewußt in der Welt der Lebenden und warten auf ihre Chance. Einige von ihnen erpressen, versprechen, sie würden dies oder jenes erledigen. Sie haben manchmal Rechnungen zu begleichen. Manchmal sind sie grausam.
Mo¿e Ciê opêta³o?
Der Mensch mit einem Geist in seinem Körper ist lästig für die Umgebung. Oft wird er wegen Neurosen behandelt, nimmt Beruhigungsmittel ein, trinkt Alkohol, manchmal greift er nach Drogen. Er leidet. Manchmal spürt er, daß er Bewußtseinsspaltung hat.
Es kommt vor, daß er immer etwas erledigen will, die anderen mit seinen Bemerkungen quält, Antworten verlangt. Der Geist des Fremden wird aktiv, wenn der Mensch übermüdet, verzweifelt oder krank ist. Dann ist es leicht, sich heimsuchen zu lassen.

Beispiele:

Ein kleiner Junge hat sich so zurückgezogen, daß man ihn ärztlicher Beobachtung unterzog. Die Ärzte stellten Autismus fest - Wanda Pratnicka stellte aber eine andere Diagnose - er wurde besessen von dem Geist seines Urgroßvaters. Nach den Exorzismen gewann der Junge den Kontakt mit seiner Umgebung wieder und die Familie, obwohl sie die Naturwissenschaften sehr schätzt, vertraute der Exorzistin. Diese sprach mit dem Geist des hartnäckigen Opas und überredete ihn, den Enkel zu verlassen...

Anna war mit der wunderschönen Eva befreundet, die sie zuerst gerne berührte, dann aber immer heftiger anfaßte. Liebeserklärungen wurden sichtbar. Als die Eltern von Anna erfuhren, daß ihre Tochter eine Lesbe ist, rasten sie aus. Sie glaubten, daß ihre Tochter in Ordnung wäre, und Eva diejenige sei, die zu Exzessen provoziert. Wanda entdeckte etwas anderes. In Anna saß der Geist eines Mannes, der nach Sex mit jungen Mädchen verlangte. Deshalb veränderte sich Annas Stimme in eine männliche, wenn Eva in der Nähe war.

Ins Jenseits weigern sich die Geister von Menschen zu gehen, die sich zu Lebzeiten ihren Tod als einen ekelhaften Prozeß des Zerfalls von körperlichen Überresten, Fäulnis und Grabeskälte vorstellten. Auch Leute, die zu Lebzeiten Unfug trieben und jetzt Angst vor der Bestrafung haben, gehen nicht dahin. Zu dieser Gruppe gehören auch Menschen, die sich dem Tod nicht fügen und weiter leben wollen.
Dann irren sie. Sie nehmen die Menschen als Leuchtpünktchen, Energiequellen wahr, sie wollen in sie eindringen. Die Exorzistin kann allen helfen, aber nicht immer geht es schnell voran. Einmal befreit sie vom bösen Geist wie durch Zauberei, ein anderes Mal braucht sie sehr lange, um den Geist zu überreden. Manchmal wird sie angegriffen, aber sie fürchte diese Mächte nicht.
Gefährlich sind Geister, die zum Selbstmord bewegen - meistens werden diese Personen von einem auf den Menschen wütenden Geist besessen, der ausrastet, wenn sich der Mensch gegen seinem Willen stellt.
Viele Menschen spüren intuitiv, wo sich die Stätten befinden, in denen es spukt. Sie wissen und verstehen nicht, warum, aber sie fühlen die Kälte von jemands Anwesenheit, eine unerklärliche Angst. Dann kommt es ihnen so vor, als würde sich die Türklinke bewegen oder sich der Sessel unter jemands Gewicht beugen. Wanda weiß, daß der Geist es nicht macht - um Gegenstände zu bewegen braucht man ungeheure Kraft, aber der Geist bewegt den Stuhl durch den Menschen, den er beherrscht.
Geister haben ihre beliebten Aufenthaltsorte - von uns als außergewöhnlich betrachtet. Es gibt sie also in der Kirche, in manchen Häusern, auf dem Friedhof... sie schöpfen Energie von den umherstreifenden Tieren... sie warten... manchmal können sie den Menschen nicht verlassen. Hier hilft nur ein Exorzismus.
Man soll keine Angst davor haben und die Exorzismen auf keinen Fall mit Zauberei verwechseln. Wenn die Lebensschwierigkeiten nicht rational zu erklären sind, kann es nützlich sein, den Zustand der Seele zu untersuchen, den Menschen von dem Eindringling zu läutern und so von mancher Tragödie zu befreien. Auch ist es sehr wichtig noch zu Lebzeiten die Eigenschaften des Todes und die Notwendigkeit der Wanderung in eine bessere Welt zu verstehen.
Zum Glück - gibt es außer den Geistern, die nicht fortgehen wollen und auf den Menschen destruktiv wirken, auch Schutzgeister. Um solch einen Schutzengel sollte man innigst beten.

Autor: Maria Pratnicka




"Trybuna Slaska" (Die Schesientribune)

4 aufeinander folgenden Folgen erschienen in der größten lokalen Zeitung Polens in der Zeit von Juli bis August 2003

Den Aussagen von Wanda Pratnicka gehen die Fragen der Redakteurin voran.

1. Ich habe Ihr Buch "Von Geistern Besessen" gelesen. Ich verstehe, daß Sie zum Schreiben dieses Buches der Wille bewogen hat, den Menschen zu helfen, die nicht wissen, warum ihnen in ihrem Leben manches Unglück zugestoßen ist. Sie beschreiben Hunderte von solchen Fällen. Aber ist - Ihrer Meinung nach - jedes Unglück von Geistern verursacht? Können wir nicht einfach unglücklich, traurig oder krank sein - ohne die Teilnahme von Geistern?

Es hat den Anschein, als ob Sie mir eine einfache, kurze Frage gestellt hätten, aber die Antwort darauf ist so lang, wie das nächste Buch, das ich gerade schreibe. Ich würde es so ausdrücken - für unser Unglück sind sowohl die Geister als auch wir selbst verantwortlich, aber darüber später.
Sie haben recht - wir können uns entscheiden unglücklich, traurig, krank sein - aber wozu? Wäre es nicht besser, statt traurig, unglücklich oder sogar krank zu sein, sich einfach zu erholen, und wenn wir dafür keine Zeit haben, wenigstens im Vorbeigehen zu überlegen, welche Information unser Körper uns durch die Krankheit oder die auftauchenden Emotionen übermitteln will? Wenn wir immer auf diese Weise handeln würden, würden wir niemals leiden und um so weniger krank sein. Selbstverständlich können wir jedes Unglück oder jede Krankheit als Fügung Gottes, als notwendiges Übel oder als etwas betrachten, das uns einfach zugestoßen ist und auf das wir keinen Einfluß haben. Wir können es aber für einen Ratschlag Gottes halten, den wir bekommen haben, um verstehen zu können, daß in unserem Leben etwas nicht so ist, wie es sein sollte.
Dann haben wir nämlich eine Wahl; wir können uns entweder als ein Opfer, der uns umgebenden Welt sehen und versuchen uns mit diesem Schicksal auszusöhnen, ohne etwas damit zu machen, oder wir können das Leben in eigene Hände nehmen und glücklich sein. Man braucht nur ein wenig Mut, um die Stereotypen zu brechen, in denen unsere Umgebung lebt. Am schwierigsten ist es diese Entscheidung zum ersten Mal zu treffen - später ist das ganze Universum gerne bereit, uns Hilfe zu leisten.
Und jetzt kommen wir auf die Frage nach dem Einfluß der Geister auf unser Leben zurück. Wenn es uns schlecht geht, wenn wir traurig, unglücklich oder krank sind, "haften" an diesem emotionalen Zustand, z.B. der Betrübnis, Geister, die genau aus demselben Grund leiden. Wir sprechen hier über Traurigkeit, aber ebenso geschieht es mit jeder anderen negativen Emotion - Zorn, Groll, Haß usw.
Wenn diese Betrübnis nur unsere eigene da wäre, hätten wir die Chance sich davon loszureißen, z.B. wenn die Sonne wieder scheint. Wenn aber an diese Betrübnis Geister "haften" und wir davon keine Ahnung haben, versinken wir immer tiefer darin, ohne etwas damit zu machen. Mit der Zeit gewöhnen wir uns daran sosehr, daß unsere Chancen, sich zu orientieren, was mit uns passiert, immer geringer werden, was letztendlich zur Depression führt. Ein solcher Zustand wird solange dauern, bis wir etwas damit machen. Selbstverständlich können wir lebenslang psychotrope Medikamente einnehmen, aber genauso gut können wir uns an einen Exorzisten wenden, um die Geister loszuwerden.

2. Auf welche Art und Weise existieren nebeneinander die Welt der Menschen und die der Geister?

Wenn wir über die Welt der Geister sprechen, müssen wir zwischen zwei Welten unterscheiden: derjenigen, in die die Geister nach ihrem physischen Tod ins Licht wandern, und derjenigen, in der sich diejenigen Geister befinden, die sich aus mehr oder weniger bewußten Ursachen entschieden haben, nicht zur anderen Seite des Todesvorhangs, ins Licht, zu gehen. Die Welt der Geister, die ins Licht, zu Gott fortgegangen sind und unsere physische Welt sind zwei verschiedene, voneinander unabhängige Wirklichkeiten, die einander nicht stören. Die Welt der Geister, die auf dieser Seite des Todesvorhangs geblieben sind, ist dagegen ein Feld, das unsere physische Wirklichkeit ständig durchdringt und beeinflußt. Wir hätten keine, mit Geistern zusammenhängenden Probleme, wenn sich diese zwei Welten nicht träfen. Jedoch - ob die Einwohner der Geisterwelt uns stören oder nicht, hängt nur von uns alleine ab. Die Antwort auf die Frage, warum es so geschieht, gab ich teilweise in den obengenannten Erwägungen, und beschrieb ausführlich in meinem Buch. Jetzt kann ich nur hinzufügen, daß in unserem Leben etwas sehr Unangenehmes geschieht, wenn wir es den Geistern erlauben, darin zu verbleiben.

3. Sie schreiben darüber, daß wir, wenn wir zur Welt kommen, konkrete "Lektionen" durchzuarbeiten haben. Es kann viele solcher "Lektionen" geben, also kann es auch viele unserer nacheinander folgenden Inkarnationen geben? Gibt es Menschen, die sich an ihre früheren Inkarnationen erinnern? Kann man diese Erinnerungen "wachrufen"? Was denken sie über die Theorie der Reinkarnation? Was bleibt in uns - hier und jetzt - von unseren früheren "Aufenthalten" auf der Erde?

Es gibt viele Menschen, die sich an ihre früheren Inkarnationen erinnern, besonders solche bei denen traumatische Erlebnisse stattfanden, aber nicht viele sind sich darüber klar. Selbstverständlich kann man diese Erinnerungen wachrufen, man soll nur wissen, wozu man das tut. Wenn wir in unsere früheren Inkarnation zurück wollen, um etwas darin zu heilen, dann ist es sinnvoll. Wenn wir das aber aus purer Neugierde machen, dann kann es unter Umständen schädlich sein. Ich warne solche potentielle Zeitreisende, denn eine solche Person wird nicht nur enttäuscht, sondern kann sich noch ein schwieriges psychisches Problem einbrocken.
Sie wird enttäuscht, denn fast jeder von solchen Neugierigen will sich selbst als jemand bedeutenden, reichen, klugen sehen und meistens sieht er sich im normalen, durchschnittlichen Leben, und dazu ist er dort arm und dumm. Warum geschieht es so? Denn jede unserer Geburten gibt uns Chancen neue Lektionen zu lernen. Es gibt sehr viele solcher "Schulaufgaben" und jeder von uns war schon mehrmals auf der Erde, jeweils in beiden Geschlechtern. Jeder mußte an eigenem Leibe zu spüren bekommen, wie es ist, reich oder arm, klug und dumm, schön und häßlich zu sein usw.
Fast jeder von uns war schon Dieb und Bestohlener, Mörder und Ermordeter, Vergewaltiger und Vergewaltigte. Überdies waren fast alle Personen, mit denen wir hier und jetzt auf der Erde verbleiben, mit denen wir mehr oder weniger verbunden sind, zusammen mit uns früher in vielen Inkarnationen, wir spielten nur unterschiedliche Rollen. Z. B. unser jetziger Vater könnte in anderen Inkarnationen nacheinander: unsere Mutter, Tochter, unser Bruder, Ehemann, Liebhaber usw. sein. Wenn wir aus Neugierde in unsere früheren Leben hineinschauen, können wir uns plötzlich und ungewollt erinnern, wie wir unser geliebtes Kinde von der gegenwärtigen Inkarnation umgebracht haben. Ich kenne viele Menschen, die sich Jahrelang nicht erholen können, nachdem sie gesehen haben, was sie jemandem angetan haben oder was jemand ihnen angetan hat. Ein junges Mädchen sah z.B. während einer Sitzung, wie ihr geliebter Vater in einer der früheren Inkarnation ein Schuft war, der sie prügelte und vergewaltigte. Als sie zu mir kam, war sie nicht nur entsetzt und niedergeschlagen, sondern verlor auch überhaupt den Sinn des Lebens. Erst nachdem wir noch andere ihrer Inkarnationen durchgeschaut haben, in denen sie ihrem Vater viel Böses angetan hatte, begann sie mehr von der Geschichte zu verstehen. Es ist ihr aber nie gelungen, das Vertrauen zu ihrem Vater wieder aufzubauen.
Was bleibt in uns von unseren früheren Aufenthalten auf der Erde? Ich glaube, alles, was wir in früheren Inkarnationen durchgearbeitet haben, ist unsere Erfahrung, unsere Lebensweisheit und das, was wir noch durchzunehmen haben, das sind unsere Schwierigkeiten, Herausforderungen. Die Art und Weise, wie wir ihnen fertig werden, ergibt ein Bild davon, wie weit wir auf diesem Weg fortgeschritten sind.

4. Ich muß zugeben, die Feststellung, daß sich der Mensch oft nach dem Tode darüber nicht im Klaren ist, gestorben zu sein, war für mich ein großer Schock. Wie kann er also wissen, ob er "zur anderen Seite", ins Licht geht? Und wenn er mit dem Bewußtsein bleibt, daß er weiter lebt, muß er sehr leiden, wenn er sich mit seinen Nächsten nicht verständigen kann. Wie können die Nächsten bei dem Übergang "zur anderen Seite" helfen?

Der Mensch ist sich nach seinem Tod nicht klar darüber, daß er gestorben ist, denn für ihn hat sich gar nichts geändert. Wenn er nach wie vor sehen, hören, fühlen kann, was soll ihm dann sagen, daß er nicht mehr lebt? Was für ein Hinweis soll ihn aufklären, daß er ins Licht gehen soll, um "auf die andere Seite" zu gelangen? Ein solches Szenario spielt sich nicht nur bei plötzlichem Tod ab, wenn es für den Geist eine Überraschung ist, sondern auch in jedem Fall, wenn dem Geist etwas anderes zustößt, als er erwartet hätte. Nehmen wir z.B. an, ein Mensch glaubte, sein Leben würde im Grab enden. Wenn er denkt, daß er weiter lebt, führt er sein Leben wie bisher. Er kommt von der Arbeit in sein Haus zurück, wohnt dort nach wie vor, geht einkaufen, zu Freunden in den Club usw. Er versucht sich, meistens erfolglos, mit seinen Nächsten zu verständigen. Was er dann macht, wird genau davon abhängen, wie er zu seinen Lebzeiten handeln würde. Der eine wird überlegen, womit er sich so schuldig gemacht hat, daß jetzt niemand mit ihm sprechen will, er wird sich bei ihnen entschuldigen, der andere wird sich ärgern und beginnt aggressiv zu handeln. Er kann dann die Hausbewohner zur gegenseitigen Aggression, zu Prügeleien und Selbstverletzungen anstiften. Streitereien werden dann in der Familie das tägliche Brot. Ein anderer wird streitsüchtig, indem er sich bemüht, um jeden Preis Beachtung zu finden.
Dem einen reicht es, das Haus, die Arbeitsstelle oder Bekannte heimzusuchen, der andere stellt aber fest, daß er ein Leib braucht, um weiter zu funktionieren. Er wird sich also bemühen, ihn jemandem einfach zu stehlen. Ob es ihm gelingt, hängt von dem emotionalen Zustand des potentiellen Opfers ab. Hier verweise ich auf die Antwort der ersten Frage, warum wir uns nicht erlauben sollten, traurig, unglücklich, krank, wütend, eifersüchtig, betrunken usw. zu sein.
Einem Geist, der nicht weiß, daß er bereits gestorben ist, kann man nur in einer Weise helfen - indem man ihm ununterbrochen erklärt, daß er nicht mehr lebt.

5. Ich nehme an, jemand, der uns liebt, will uns kein Leid antun, selbst wenn er nicht mehr lebt. Er hat doch nicht aufgehört uns zu lieben, wenn er doch samt allen seinen Gefühlen, Süchten, Wünschen hier "blieb". Warum suchen uns dann die Geister unserer Nächsten heim?

Die Geister unserer Nächsten bleiben oft, denn unsere gegenseitige "Liebe" (tatsächlich hat es mehr mit Angst, als mit Liebe zu tun) fesselt uns zusammen. Wir lassen, wegen unserer Verzweiflung, diese "geliebte" Seele nicht frei. Wenn sie unsere Verzweiflung sieht, hat sie keine Kraft, uns zu verlassen und verschiebt es immer mehr in die Zukunft. Die Zeit vergeht und dem Geist fehlt die zum Leben notwendige Energie. Um zu überleben, muß er die Energie von Menschen stehlen, die sich in der Nähe befinden. Meistens sind das seine Nächsten. Diese Bindung des Menschen mit dem Geist wird mit der Zeit immer stärker und es kommt vor, daß der Geist in den Leib des Menschen eindringt. Was nach einiger Zeit bleibt ist nur noch der Kampf um den Körper des Menschen und um seine Energie. In den meisten Fällen erinnert sich der Geist immer weniger daran, wem der von ihm heimgesuchte Körper gehört und hält ihn für den eigenen. Er glaubt sogar, daß der Mensch der Eindringling sei, der ihn besessen will und beginnt, mit ihm zu kämpfen. Er vergißt seine Verwandtschaft, denn diese hat Bedeutung nur hier auf der Erde. Deshalb sollte man immer daran denken, wenn ein uns nahestehender Mensch stirbt, ihn in der für ihn bestimmten Zeit fortgehen zu lassen, obwohl unser Herz aus Verzweiflung leidet. Wenn wir den Abgang nicht erlauben, werden wir sowohl seines als auch unseres Leben ruinieren.

6. Muß jede Heimsuchung etwas Böses mit sich bringen? Wenn ja, warum?

Jede Heimsuchung bringt große Nachteile mit sich und deren Ausmaß hängt von der Stärke der Besessenheit ab. Wenn der Geist "nur" unsere Energie schöpft, fühlt sich der heimgesuchte Mensch müde, verärgert. Wenn der Geist in seinen Körper eindringt, können die Symptome sehr unterschiedlich sein. Von den für die Umgebung kaum bemerkbaren, über verschiedene Störungen und physische Krankheiten bis hin zu schweren psychischen, wie auch physischen Krankheiten. Sehr oft ist dieser heimsuchende Geist unsere eigene Mutter, unser Vater, der geliebte Opa oder die Oma. Es ist nicht durch den bösen Willen des Geistes verursacht, sondern durch den Kampf ums Überleben, deren Grundlage eine falsche Denkweise des Geistes ist.

7. Sie schreiben, daß der Mensch, wenn er nach dem Tod den Augenblick des Übergangs ins Licht verpaßt, auf der Erde bleibt. Und in einem der Kapitel Ihres Buches schreiben Sie: "Der Urgroßvater entschied sich inzwischen, ins Licht zu gehen". Wer entscheidet darüber? Der Geist selbst? Ist er imstande, eine solche Entscheidung ohne Hilfe eines Exorzisten zu treffen?

Der Geist bleibt auf der Erde bis zu dem Moment, in dem er sich dessen bewußt wird, daß er nicht mehr lebt und sich entscheidet, fortzugehen. Jedoch die Entscheidung darüber, was er macht - ob er bleibt oder zur andren Seite geht - trifft immer der Geist selbst. Der Geist hat einen freien Willen und niemand hat das Recht, für ihn zu entscheiden. Selbstverständlich gibt es viele Exorzisten, die sich um den Geist nicht kümmern, sondern ihn gegen seinen Willen austreiben. Es ist aber immer ein sehr flüchtiger Erfolg, denn meistens kehrt der ausgetriebene Geist zu dem Menschen zurück, aus dem er ausgetrieben wurde und dingt in seinen Körper nach einer Weile ein. Wenn es ihm nicht gelingen sollte, findet er einen anderen Menschen, der sich gerade in der Nähe befindt.

8. Was sind Exorzismen?

Wenn wir die Exorzismen nur aus dem Gesichtspunkt des heimgesuchten Menschen betrachten, haben wir mit dem Austreiben des Geistes aus dem Menschen zu tun. Wie ich bereits festgestellt habe, werden sie meistens auf diese Weise durchgeführt. Ich behandle das ganz anders, denn ich treibe nicht aus, sondern befreie die Menschen von den Geistern. Auf welche Art und Weise? Vor allem mache ich dem Geist bewußt, daß er nicht mehr lebt, und erkläre ihm, warum es gut für ihn wäre fortzugehen.
Oft ist eine solche Therapie ausreichend. Dann helfe ich dem Geist, auf die andere Seite des Todesvorhanges zu gelangen. Aber mit der Einwilligung für das Fortgehen ist es sehr unterschiedlich. Der eine Geist will nicht fortgehen, weil er sich nicht würdig genug fühlt, der andere fürchtet der Strafe, den anderen hält auf der Erde die Anhänglichkeit z.B. an den Sex, den anderen will die Familie nicht gehen lassen... Häufig braucht man viele Sitzungen, um dem Geist zu helfen, eine für ihn so schwierige Entscheidung zu treffen. Es ist die gleiche Therapie, die man mit einem lebenden Menschen durchführt. Oft kommt es vor, daß man eine Therapie mit der gesamten Familie durchführen muß. Oft haben wir es nämlich mit dem Fall zu tun, daß der Geist bereit ist, fortzugehen, die Familie dagegen will ihn auf keinen Fall gehenlassen. Wie Sie sehen, befreie ich die Menschen von Geistern aber auch die Geister von Menschen.

9. Wie kommt es, daß Sie keinen direkten Kontakt mit dem heimgesuchten Menschen brauchen, um ihn von dem Geist (den Geistern) zu befreien? Ist ein Telephongespräch oder Brief nicht zu wenig?

Sowohl für mich als Exorzistin als auch für den Geist gibt es keine Zeit- oder Raumbeschränkungen. Wenn ich mit dem Geist des heimgesuchten Menschen sprechen will, dann, unabhängig davon, wo er sich gerade befindet - im anderen Zimmer oder auf einem anderen Kontinent - habe ich mit ihm einen gleich guten Kontakt, als ob er auf der anderen Seite des Schreibtisches säße. Da ich die Exorzismen mit gleicher Wirkung auf Entfernung durchführen kann, habe ich auf deren Durchführung in Anwesenheit des heimgesuchten Menschen verzichtet. Unter meinen Patienten sind Menschen aus der gesamten Welt und vielen erspare ich dadurch viel Streß, Zeit- sowie Geldaufwand. Man muß verstehen, daß der Exorzismus nicht nur eine einzige Sitzung, wie beim Zahnarzt, ist, obwohl auch so etwas passiert. Es ist meistens ein langwieriger und ziemlich unangenehmer Prozeß (wenn er in der Anwesenheit des Patienten durchgeführt wird). Weil ich keinen persönlichen Kontakt zu dem heimgesuchten Menschen habe, brauche ich seine genauen Angaben, um ihn präzise zu lokalisieren, wenn ich die Läuterung beginne. Diese Informationen werden auf verschiedene Art und Weise angegeben - per E-Mail, Brief, Fax oder beim Telephongespräch.

10. Sie warnen vor Geisterbeschwörungen. Warum? Viele, besonders junge Leute halten es doch für eine gute Unterhaltung, eine Art "Nervenkitzel".

Ich warne ausdrücklich davor. Sehr viele meiner Patienten sind Opfer solch einer "Unterhaltung". Oft passiert es sogar, daß der erwünschte Nervenkitzel ausblieb, der Geist gar nicht erschien, aber kurz danach beginnt in unserem Körper oder Leben etwas Schlimmes zu geschehen. Insofern "normale" Geister früher oder später fortgehen, wollen die während der Sitzung eingeladenen Gäste nicht nur nicht fortgehen, sondern quälen ihre Opfer auf eine sehr perfide Weise.
Meistens lassen sie sich von den niedrigsten Beweggründen leiten, denn der Geist quält sein Opfer nach dem Prinzip - wenn du dich auf meine Kosten amüsieren willst, amüsiere ich mich jetzt auf die deinen. Da ich nicht mehr lebe, stirb du jetzt auch - und stiftet die Besessenen zum Selbstmord oder zu einer Mordtat an, oder - wenn ich sowieso verdammt bin, bringe ich dich dazu, daß auch du verdammt sein wirst - und überredet dann zu Verbrechen, Diebstahl, Gewalttaten.

11. Analysieren Sie bitte die folgende Situation: meine Bekannte - noch aus der Studienzeit - "spielte" gern mit Geisterbeschwörung. Einmal, als ihr Bruder mit seiner Frau in Urlaub fuhr, beschworen die Mädchen Geister in seiner Wohnung. Der Geist kam, wollte aber nicht fortgehen. Sie konnten ihn aus der Wohnung nicht "vertreiben", also "ließen" sie ihn dort. Der Bruder weiß bis heute nichts davon. Inzwischen wechselte er die Wohnung, es geht ihm ausgezeichnet... Wie die Bekannte erzählt, haben sie nur ein Problem - er und seine Tochter leiden an einer seltsamen Art von Ekzem. Es ist eine Krankheit, die es in ihrer Familie niemals gab. Ist der "gelassene" Geist die Ursache dieser Krankheit?

Sehr oft kommt es vor, daß ein Mensch Geister beschwört und jemand anders wird heimgesucht. Es kommt zustande, wenn in die von den beschworenen Geistern volle Wohnung eine Person hineingeht, die sich dieser Tatsache nicht bewußt, also wehrlos ist. Die Folgen können unterschiedlich sein. Die von ihnen beschriebenen gehören zu den relativ leichten, leider gibt es viel gefährlichere.
Ich müßte zuerst prüfen, und dazu brauche ich genaue Informationen über diese Personen, ob Ihre Probleme von Geistern verursacht werden.

12. Wie kommt es dazu, daß heimgesuchte Menschen an Krankheiten leiden, an denen der sie heimsuchende Geist litt?

Wenn der Mensch infolge einer Krankheit stirbt, befreit ihn der Tod von dieser Krankheit nicht. Damit dies passieren könnte, müßte er zur anderen Seite des Todesvorhangs wandern, wo er davon geheilt würde. Wenn der Geist bleibt, bleibt auch seine Krankheit. Nach einiger Zeit beginnt ihm die Energie zum weiteren Funktionieren zu fehlen. Er sucht nach einem in jeder Hinsicht geeignetsten Spender. Sehr oft fällt die Wahl auf jemand von der allernächsten Familie, denn während der Trauer sind die Familienangehörigen dem Jenseits gegenüber sehr offen. Wenn der Geist mit einer Krankheit befallen in den Körper eines Menschen eindringt, entwickelt sich mit der Zeit in diesem Menschen dieselbe oder eine sehr ähnliche Krankheit. Am besten kann man diesen Prozeß während der Läuterungen von Patienten beobachten, die an mit bloßem Auge erkennbaren Krankheiten, wie Tumoren, Hautkrankheiten, Alzheimerscher Krankheit, Autismus, Epilepsie usw., leiden. Wenn der Geist aus dem Körper fortgeht, gibt es auch die Krankheit nicht, wenn der Geist zurückkommt, kehrt mit ihm die Krankheit zurück.
Selbstverständlich geht die Krankheit endgültig weg, wenn der Geist für immer fortgeht. So geschieht es mit allen Krankheiten, die von den Geistern verursacht wurden. Wenn der Geist geht und die Krankheit nach wie vor bleibt, dann ist es die Krankheit des Patienten. Aber wenn man den Geist von dem kranken Menschen fernhält, nimmt man ihm eine große Last von den Schultern. Jetzt fällt es ihm viel leichter, psychische Probleme, die immer die Ursache der Krankheit sind, zu bewältigen.

13. Wie sind die Anzeichen der Anwesenheit eines Geistes (Geister) im Haus? Was sollte uns warnen? Können wir die Anwesenheit des Geistes spüren?

Wenn wir die Anwesenheit des Geistes nicht spüren können, wozu sollten wir dann darüber nachdenken, ob er da ist? Wenn wir fühlen, daß uns jemand heimsucht und vor kurzem ein Begräbnis stattgefunden hat, reicht es, unsere Emotionen und Gedanken, sowie die Veränderungen in der Wohnung zu beobachten, und wir werden wissen, was der Geist uns mitteilen will. Man soll keine Angst davor haben, weil der Geist doch eine uns nahestehende Person ist.
Meistens will uns der Geist sagen, daß er weiter lebt, daß es ihm gut geht und verabschiedet sich von uns zum letzten Mal. Wenn wir davor Angst haben, auf derartige Besuche Augen und Ohren schließen, reagiert jeder Geist anders, aber am häufigsten geht er bald fort. Anders ist es im Fall eines Geistes, der sich dessen nicht bewußt ist, daß er nicht mehr lebt und, als ob nichts passiert wäre, nach Hause zurückkehrt. Er funktioniert wie zu Lebzeiten und genauso wird er sich benehmen. Der eine ist sanft und wenn wir unter demselben Dach wohnen, bemerken wir gar nicht, daß er unter uns ist, außer wenn er unsere Energie zu intensiv schöpft. Ein anderer rumpelt, läßt uns nicht schlafen, klopft ständig an den Wänden, verschiebt Gegenstände, wirft, was in seine Hände gerät. Manchmal macht er das boshaft, als Rache dafür, daß er ignoriert wird.
Es gibt auch habgierige Geister, die niemandem erlauben, in ihrem Haus zu wohnen und jeden, der über dessen Schwelle tritt einschüchtern und sogar zu töten versuchen. Solche Geister bewohnen Häuser, die seit Jahren leer oder fast leer stehen, denn wenn schon dort jemand einzieht, dann ist es ein vom Leben ermüdeter, ganz von dem dort anwesenden Geist dominierter Mensch.

14. Übermittelt - Ihrer Meinung nach - die katholische Kirche Wahrheit über diese Welt und das Jenseits?

Das tut sie leider nicht. Es beruht nicht darauf, daß sie uns bewußt irreführen will, sondern darauf, daß sich die Dogmen auf Pfeiler stützen, die über Jahrhunderte oftmals geändert wurden, abhängig von den Bedürfnissen der (nicht nur in der Kirche) Herrschenden. Ausführlich beschrieb ich das in meinem Buch. Übrigens, muß man gar nicht so lange in der Geschichte zurückgehen. Es reicht, sich an die Zeiten vor einigen Jahrzehnten zu erinnern, und wir werden sehen, daß eine Sünde von damals, heute keine Sünde mehr ist und umgekehrt. In meiner Arbeit hatte ich viel mit Geistern zu tun, die sich fürchteten, ins Licht zu gehen, weil sie zum Beispiel am Freitag Fleisch gegessen hatten und es war schwer, ihnen zu erklären, daß dies keine Sünde ist, daß Gott sie mit offenen Armen erwartet. Leider betrifft es nicht nur Laien. Unter den Geistern, die sich fortzugehen fürchten, gibt es oft auch Priester.

15. Wenn die Erklärung von Unglück, vielen Krankheiten, Familienproblemen so einfach wie in Ihrem Buch ist, warum wird sie nicht allgemein angewandt? Warum, trotz Erfahrungen von vielen Menschen, glaubt kaum jemand an Geister?

Es ist einfach. Die meisten Menschen sind praktizierende Gläubige und glauben daran, was die Kirche sie lehrt, und die Kirche will der Meinung sein, daß jede Heimsuchung eine psychische Krankheit oder ein Werk Satans ist. Der heutige Tatbestand ergibt sich daraus, daß zu den Zeiten der Inquisition die damalige Kirche es sogar den Priestern verboten hat, Exorzismen durchzuführen. Erst dreihundert Jahre mußten vergehen damit das Ritual des Exorzismus wieder erlaubt wurde. Viele Priester halten es aber für einen unnötig ausgegrabenen Aberglauben. Angesichts solchen Tatsachen kann der Glaube an Geister unter den Menschen nicht beliebt sein. Jedoch davon, wie notwendig dieses Wissen ist, soll die Tatsache zeugen, daß ich innerhalb von den ersten fünf Monaten zehntausend meiner Bücher verkauft habe und jeden Tag etwa fünfzig Anfragen bekomme, die unterschiedliche, mit der Besessenheit von Geistern zusammenhängende Angelegenheiten betreffen.






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02.02.2014 Der User schrieb angie
Ich fühle mich zum ersten mal richtig verstanden. Habe nun schon seit Monaten einen (oder mehrere) Geister bei mir...
03.10.2012 Der User schrieb rosensky
Hallo, mein Name ist Monika, ich habe vor Jahren angefangen Karten zu legen, dann kam das Pendeln! Irgendwann bemerkte ich, wie was in mich eindringt. Seither bin ich sehr vergesslich, ich verlege alles und finde es nicht mehr. Ich denke ich bin besessen, bitte bitte helfen sie mir.
15.08.2011 Der User schrieb ladykikki
Ich finde es gut das es so etwas gibt, und dass man sich darüber genau informieren kann
26.10.2009 Der User schrieb Adelheid.Bimer
Ich finde es gut, so offen über die Geisterwelt zu lesen. Es freut mich, Ihre Zeilen lesen zu dürfen. Das macht mir wieder Mut und schafft neue Hoffnung.
29.03.2009 Der User schrieb Michaelaisslieb
Ich finde es sehr gut.Ich war in vielen Foren und hab nicht gefunden was ich suchte. Vielleicht können Sie mir helfen. Die Pastoren oder Priester können es nicht.
01.10.2008 Der User schrieb TMar
Klasse, ich bin sehr angetan weil es mich warscheinlich selbst betrifft.

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